Flüssiggas ist im Wohnwagen und Wohnmobil eine sichere Energiequelle, solange die Anlage dicht ist und die Geräte sauber verbrennen. Genau das kontrolliert die Gasprüfung. Auf dieser Seite zeigen wir sachlich, welche Gefahren bestehen, was in der Praxis passiert ist und wie Sie sich schützen.
Die drei Hauptgefahren
- Gasaustritt: Undichte Leitungen, Verbindungen oder Geräte lassen Gas unbemerkt austreten. Eine Zündquelle wie eine Zigarette, ein Schalter oder eine Flamme kann dann eine Verpuffung oder Explosion auslösen.
- Kohlenmonoxid (CO): Bei schlechter Verbrennung entsteht Kohlenmonoxid. Es ist farblos, geruchlos und geschmacklos und wird vom Menschen nicht wahrgenommen. Hohe Konzentrationen können schon nach wenigen Atemzügen zu Bewusstlosigkeit führen.
- Alterung und Verschleiß: Schläuche, Druckregler und Dichtungen altern. Was jahrelang dicht war, kann irgendwann undicht werden, ohne dass man es merkt.
Was in der Praxis passiert
Eine bundesweite Unfallstatistik speziell für Gasanlagen in Wohnwagen und Wohnmobilen gibt es nach unserer Recherche nicht. Die folgenden Fälle stammen aus Polizei- und Feuerwehrmeldungen. Wir nennen bewusst keine Namen.
Ein Wohnwagen brannte nach mehreren Explosionen vollständig aus, zwei Personen wurden verletzt, eine davon schwer. Die Polizei vermutet einen technischen Defekt an der Gasanlage, etwa ein Leck an Leitungen oder Verteilern. Das Gas hatte sich unbemerkt angesammelt und entzündete sich beim Anzünden einer Zigarette.
Quelle: Kantonspolizei Solothurn, veröffentlicht über polizeinews.ch
Auf einem Campingplatz kam es in einem abgestellten Wohnwagen zu einer Verpuffung. Erste Erkenntnisse deuten auf einen technischen Defekt an einer Gasheizung im Vorraum. Der Besitzer wurde leicht verletzt.
Quelle: Weser-Ith-News
Drei Reisende erlitten in einem Wohnmobil eine Kohlenmonoxidvergiftung, zwei waren bewusstlos und wurden von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug geholt. Die Einsatzkräfte maßen eine stark erhöhte CO-Konzentration. Alle kamen ins Krankenhaus. Die Quelle blieb bei dem Einsatz ungeklärt.
Quelle: Feuerwehr München, berichtet vom Feuerwehr-Magazin
Beim Hantieren mit einer Gasflasche im Wohnwagen kam es zu einer Explosion. Der Wohnwagen stand in Sekunden in Vollbrand, sechs weitere Wohnwagen brannten mit. Ein Mann wurde mit schweren Verbrennungen in eine Spezialklinik geflogen. Der Sachschaden wurde auf etwa 150.000 Euro geschätzt.
Quelle: 112-magazin.de
Nicht jeder dieser Unfälle wäre durch eine Prüfung sicher verhindert worden. Undichte Leitungen und defekte Gasgeräte gehören aber genau zu den Dingen, die bei der Gasprüfung gefunden werden.
Unfälle an Imbisswagen, Foodtrucks und bei Veranstaltungen
Auch gewerblich genutzte Gasanlagen und Gasgeräte auf Märkten und Festen sind betroffen. Dort stehen oft viele Menschen dicht beieinander, ein Unfall trifft dann schnell auch Besucher. Einen belegten Gasunfall speziell auf einem Vereinsfest haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Die Gefahr ist dort aber dieselbe wie am Imbissstand.
Bei der Besichtigung eines Foodtrucks testete ein Kaufinteressent den Gasherd. Eine Flamme schlug hoch und löste eine Explosion aus. Zwei Männer wurden schwer verletzt, einer kam mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik. Die Ursache war laut Polizei zunächst unklar.
Quelle: Polizei, berichtet über dpa bei t-online
Beim Einschalten eines gasbetriebenen Pizzaofens in einem Foodtruck kam es zu einer Verpuffung, eine große Stichflamme schlug aus dem Ofen. Ein Mitarbeiter wurde schwer verbrannt und mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Die Polizei nahm einen Arbeitsunfall auf.
Quelle: Polizeipräsidium Mannheim, berichtet von Wochenblatt Reporter
Beim Aufbau eines Trödelmarkts explodierte an einem Imbissstand eine Gasflasche. Zwei Menschen erlitten Verbrennungen am Kopf, einer davon schwer; er wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Köln geflogen. Eine Ursache wurde nicht genannt.
Quelle: Stadt Dormagen
An einem Imbissstand nahe einer Silvesterveranstaltung fing eine Gasflasche Feuer, es kam zu einer Stichflamme und einer starken Verpuffung. Sechs Menschen wurden verletzt, darunter Jugendliche, zwei Männer schwer. Im Einsatz waren 72 Feuerwehrleute und zwei Rettungshubschrauber.
Quelle: Polizeipräsidium Neubrandenburg
Der Betreiber einer Weihnachtsmarkthütte hatte eine Gasflasche gewechselt. Dabei trat Gas aus, entzündete sich und verursachte eine Stichflamme, die Teile des Inventars in Brand setzte. Der Betreiber wurde leicht verletzt, ein zufällig anwesender Feuerwehrmann löschte den Brand.
Quelle: Polizeipräsidium Heilbronn, veröffentlicht von meine-news.de
Auf einem Wochenmarkt explodierte die Gasflasche eines Grillwagens für Brathähnchen, das Fahrzeug brannte aus. 20 Menschen wurden verletzt, mehrere davon schwer, darunter die Personen, die im Wagen arbeiteten. Die Staatsanwaltschaft ermittelte zur Ursache.
Quelle: Sky TG24
In einem Imbisswagen explodierte eine Gasflasche, beim Eintreffen der Feuerwehr standen meterhohe Flammen. Die Verkäuferin rettete sich ins Freie und wurde leicht verletzt. Die Kriminalpolizei ermittelte zur Ursache.
Quelle: Breaking News Saarland
An einem Imbiss- und Getränkestand beim Volksfest Wäldchestag kam es zu einer Verpuffung mit Stichflamme. Nach vorläufigen Ermittlungen der Polizei wurde sie beim unsachgemäßen Wechsel zweier Gasflaschen ausgelöst. 14 Menschen wurden verletzt, ein Mitarbeiter des Standes erlitt Verbrennungen dritten Grades und kam mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik.
Quelle: Polizeipräsidium Frankfurt am Main, Meldung 1 und Meldung 2
Gefahrenstelle Flaschenwechsel
Auffällig ist: Mehrere der Unfälle passierten beim Wechseln der Gasflasche oder beim Hantieren mit der Flasche, so in Frankfurt, Mosbach und am Diemelsee. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) beschreibt den sicheren Wechsel in ihrer Betriebsanweisung so:
- Den Wechsel nur von unterwiesenen und beauftragten Personen durchführen lassen.
- Im Umkreis von mindestens 0,5 m um Flaschenventil, Druckregler und Schlauch dürfen keine Zündquellen sein.
- Das Ventil der leeren Flasche fest zudrehen und das Restgas in der Leitung verbrauchen, zum Beispiel durch Weiterbetrieb des Geräts.
- Druckregler oder Schlauch vorsichtig lösen, dann Verschlussmutter und Schutzkappe auf die leere Flasche setzen.
- Vor dem Anschließen die Dichtung auf Schäden kontrollieren.
- Druckregler oder Schlauch an der vollen Flasche festschrauben, das ist ein Linksgewinde.
- Nach dem Wechsel alle Verbindungen auf Dichtheit prüfen, etwa mit Lecksuchspray. Bilden sich Blasen, ist die Verbindung undicht und muss vor dem Betrieb abgedichtet werden.
Quelle: Betriebsanweisung „Wechsel von Flüssiggasflaschen“, BGN Branchenwissen. Bei Fragen zum sicheren Wechsel an Ihrer Anlage beraten wir Sie gern.
Für gewerblich genutzte Flüssiggasanlagen und ortsveränderliche Gasgeräte schreibt die Betriebssicherheitsverordnung eine Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme und danach alle 2 Jahre vor. Mehr dazu in den FAQ zur gewerblichen Gasprüfung, den FAQ für Vereine und in unserer Checkliste für das Vereinsfest.
Was die Gasprüfung dagegen tut
- Dichtheitsprüfung der gesamten Anlage mit Prüfgerät, von der Gasflasche über Druckregler und Schläuche bis zu den Geräten
- Kontrolle von Rohrleitungen, Absperrventilen, Befestigung und Verlegung
- Funktionsprüfung von Herd, Kühlschrank, Heizung und Boiler, also Zündung, Flammenbild, Zündsicherung und Abgasführung
- CO-Messung im Abgas. So erkennen wir eine schlechte Verbrennung, bevor sie gefährlich wird
- Tausch von Reglern oder Schläuchen bei Bedarf direkt vor Ort
Seit dem 19. Juni 2025 ist die Prüfung nach § 60 StVZO für zulassungspflichtige Wohnwagen und Wohnmobile mit Flüssiggasanlage Pflicht, alle 24 Monate. Mehr dazu in unseren FAQ zur Gasprüfung.
Warnzeichen für Kohlenmonoxid
Leichte Vergiftungen zeigen sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Schläfrigkeit. Diese Beschwerden werden leicht mit anderen Ursachen verwechselt. Atemnot verspürt der Betroffene dabei nicht. Treten solche Beschwerden auf, während Heizung oder Gasgeräte laufen, und bessern sie sich an der frischen Luft, sollten Sie an Kohlenmonoxid denken.
Was tun bei Gasgeruch?
- Gaszufuhr absperren, also das Flaschenventil zudrehen
- Lüften und den Bereich sofort verlassen
- Nicht rauchen, keine Flamme, keine elektrischen Schalter betätigen
- Feuerwehr unter 112 verständigen und auf die vorhandenen Gasflaschen hinweisen
Was tun bei Verdacht auf Kohlenmonoxid?
- Mit allen Personen sofort ins Freie gehen
- Notruf 112 wählen, die Beschwerden schildern und auf den Verdacht einer Kohlenmonoxidvergiftung hinweisen
- Sich nicht selbst durch Rettungsversuche gefährden
- Feuerwehr und Rettungsdienst einweisen
Zusätzlicher Schutz: CO-Melder
Ein CO-Warnmelder ergänzt den Schutz, ersetzt aber weder die Gasprüfung noch die Wartung der Geräte. Für Freizeitfahrzeuge und Sportboote gibt es mit DIN EN 50291-2 (Ausgabe 2020-10) eine eigene Norm für ortsfeste CO-Warngeräte. Achten Sie beim Kauf auf diese Norm.
Prüfung vereinbaren
Wohnwagen und Wohnmobile prüfen wir mobil im Raum Olpe für 69 € inklusive Anfahrt bis 20 km, am Standort Olpe für 59 €. Imbisswagen und Foodtrucks ab 85 €, Vereine im Sammeltermin ab 39 € für das erste Gerät. Telefon oder WhatsApp: 01551 / 1030283 · kontakt@gascheck.org
Quellen für Verhaltensregeln und Hintergründe: § 60 StVZO; Merkblatt „Kohlenmonoxid“ des Verbands der Feuerwehren in NRW, veröffentlicht von der Feuerwehr Troisdorf; Betriebsanweisung „Wechsel von Flüssiggasflaschen“ der BGN; DIN EN 50291-2:2020-10. Stand: Oktober 2026.
